Die Kooperation zwischen GEM2GO und dem europäischen Bezahldienst Bluecode wurde auf eine neue Ebene gehoben. Man kann in der GEM2GO App nun Parkscheine lösen. Und das ist erst der Anfang.
Als 2020, im ersten Corona-Jahr, das ganze Land heruntergefahren wurde, freuten sich manche über eine unerwartete Auszeit vom beruflichen Trubel. Andere, wie Mario Linzbauer, nutzten den Lockdown, um entscheidende Weichen für die Zukunft ihres Unternehmens zu stellen. Es war in dieser Zeit, als sich der Chief Partnerships Officer des Bezahldienstleisters Bluecode an GEM2GO-Geschäftsführer Michael Kölbl wandte. „Wir sind auf GEM2GO aufmerksam geworden, weil sie schon damals in den Gemeinden besonders nahe an den BürgerInnen waren“, erzählt Linzbauer. Rasch stellte sich heraus: Von der Partnerschaft profitierten beide Seiten. Und sie wird auch in Zukunft noch weiter ausgebaut.
Die Technik hinter Bluecode gibt es seit 2017

Oberflächlich betrachtet, kann man das Produkt mit anderen mobilen Bezahldiensten wie Apple Pay oder Google Pay vergleichen. Im Fall von Bluecode wird ein Bankkonto hinterlegt und so kann mit dem Handy beispielsweise an der Supermarktkasse kontaktlos bezahlt werden. Aber Bluecode hat zwei entscheidende Vorzüge: Zum einen ist es ein rein europäisches Unternehmen mit Ursprung in Österreich. Zum anderen erlaubt es die Bluecode-Technologie, den Bezahlprozess mit anderen Vorteilen zu verbinden: Man kann so etwa automatisch digitale Rabattmarken in der Bäckerei sammeln. Oder – und das ist jetzt Realität – unabhängig von Automaten einen Parkschein für das Auto lösen – direkt aus der GEM2GO App heraus.
Von dieser Funktion zeigt sich Linzbauer besonders begeistert. Die ersten GEM2GO-Gemeinden wie Gmunden und Steyr sind bereits erfolgreich gestartet. Wie bei anderen Anbietern von Handyparken fallen für die Gemeinde keine laufenden Kosten an. Beim Parkschein wird eine Gebühr aufgeschlagen, diese ist allerdings bei Bluecode mit 15 Cent nur halb so hoch wie bei anderen Anbietern. Man hat als KundIn also nicht nur das gute Gefühl, auf ein europäisches Unternehmen mit hohen Standards in puncto Transparenz und Datenschutz zu setzen – man spart auch noch Geld.
Die Einrichtung der Parkscheinfunktion in der GEM2GO App ist denkbar einfach. Schon jetzt bieten einige große Banken – darunter Raiffeisen, die Volksbanken sowie die 3-Banken-Gruppe – die Funktion regulär an. Sie muss bloß in der jeweiligen Banking App freigeschaltet werden. Bei allen anderen Instituten lässt sich die Funktion ohne großen Mehraufwand per SEPA-Lastschrift nutzen. „Bluecode kann mit jedem österreichischen oder deutschen Bankkonto genutzt werden“, sagt Linzbauer. Und natürlich kann man mit der GEM2GO App auch Parkscheine in anderen Gemeinden lösen – vorausgesetzt, die Funktion ist aktiviert.
Die Nutzung von Bluecode gestaltet sich sehr einfach
Mario Linzbauer – Bluecode
Für jeden Bezahlvorgang wird ein Code generiert, der aus Sicherheitsgründen nur vier Minuten lang gültig ist und dann für den Bezahlvorgang verwendet werden kann. Auch Datenschutz hat dabei für Bluecode einen entsprechend hohen Stellenwert. „Der Bezahldienst ist absolut datensparsam“, sagt Linzbauer. Soll heißen: Bluecode stellt eine Schnittstelle zur Hausbank her, ohne weitere Informationen zu sammeln. „Wir erkennen zu keinem Zeitpunkt, wer hier bezahlt, denn die Daten verbleiben stets bei der eigenen Hausbank.“ Sicherheit wird bei Bluecode also großgeschrieben.
Die Parkscheinfunktion ist das derzeit wohl interessanteste Feature aus der erfolgreichen Zusammenarbeit von GEM2GO und Bluecode – und sie wird bereits aktiv in Gemeinden genutzt. Aber die gemeinsame Vision geht weiter: Linzbauer denkt etwa an eine Bezahlfunktion für Recyclinghöfe. So könnte die App künftig Schlüssel und Brieftasche gleichermaßen ersetzen – man sperrt mit dem Handy auf und bezahlt danach die Gebühr.
Auch Kooperationen mit lokalen HändlerInnen sollen verstärkt werden – mit der Option, gemeinsame Rabatt- oder Gutscheinaktionen durchzuführen. „Wir wollen die regionale Kaufkraft stärken“, sagt Linzbauer.
Und auch Vereine könnten von den neuen Möglichkeiten profitieren
Etwa indem sie bei Veranstaltungen eine digitale Bezahlfunktion via QR-Code anbieten. Dann kann man Bratwürstel und Bier mit dem Handy bezahlen – oder kontaktlos für die Freiwillige Feuerwehr spenden.
Linzbauer ist überzeugt: Das Handyparken in der GEM2GO App ist erst der Anfang.